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Seit 1961

Unsere Geschichte.

Tradition, Handwerk und Leidenschaft – seit über 60 Jahren in der Familie Vloet. Eine Geschichte, die mit dem Duft von frisch gebackenem Brot begann.

Am 1. Juli 1973 – die erste Backstube

Am 1. Juli 1973 stand der junge Paul Vloet zum ersten Mal in seiner eigenen Backstube im Windschatten der Basilika in Kevelaer. Seine Geschäftsprinzipien waren Frische und Qualität. Doch die Liebe zur Backkunst reichte noch viel weiter zurück – bis in die Kindheit in einer Arbeiterfamilie in Weeze.

Seine Mutter backte fast alles selbst. Nur die großen Brote nicht. Dafür knetete sie den Teig, und der kleine Paul brachte ihn zum Ausbacken in eine Bäckerei – und blieb dort oft stundenlang. Er konnte sich von dem Duft und den Backwaren nicht trennen. Eine Leidenschaft, die ein Leben lang anhielt.

„Ich habe mich über jedes schöne Brot gefreut. Das tue ich bis heute."

Paul Vloet · Gründer · Interview 1999
Foto · Paul Vloet · Familie

Paul Vloet · * 1939 in Weeze · Viertes von acht Kindern · Meisterbrief 1961 · Gründer Café Vloet 1973 · Ehrenobermeister der Bäckerinnung

Meilensteine

Die Zeitlinie

1939

Geburt von Paul Vloet in Weeze

Paul Vloet wächst als viertes von acht Kindern einer Arbeiterfamilie in Weeze auf. Sein Vater ist Schreiner bei den GeGe-Werken. Die Mutter backt fast alles selbst und weckt beim kleinen Paul die Liebe zum Brot.

1952

Die ersten Erfahrungen im Backhandwerk

Mit 13 Jahren sammelt Paul Vloet als Aushilfe in einer Bäckerei erste Erfahrungen und muss einen schweren Schlag verkraften: Bei einem Arbeitsgang gerät ihm ohne sein Zutun der Stiel eines Backschiebers ins Gesicht. Er verliert ein Auge. Paul Vloet erinnert sich: „Mein Vater wollte kaum glauben, dass ich ausgerechnet in dieser Bäckerei meine Ausbildung beginnen wollte.“

1961

Meisterbrief und Heirat – ein Doppel-Meilenstein

Ein intensives Jahr: Paul Vloet knetet 80 bis 90 Stunden pro Woche, besucht den Meisterkursus in der Bäckerfachschule Geldern – und heiratet seine Christa Fleuren. Er erreicht beide Ziele. 1962 kommt Sohn Georg zur Welt.

„Schon früh hatte ich den Kopf voller Ideen, wie ich eine eigene Bäckerei anpacken würde; und ich dachte, wenn ich andere wirtschaften sah und meinen Stundenlohn betrachtete, das kriegst du auf eigene Rechnung hin!“
– Paul Vloet

1. Juli 1973

Gründung – erste eigene Backstube an der Basilikastraße

Paul Vloet eröffnet seine Bäckerei in Kevelaer. Bald folgt Walbeck als zweiter Standort. Täglich werden über 1.000 frische Brötchen ausgefahren. Der Betrieb wächst von 7 auf über 30 Angestellte. Alle zehn Minuten kommen bis 18 Uhr frische Brötchen – das Qualitätsversprechen ist Programm.

1985

Die zweite Generation in Sicht

Georg Vloet erhält mit 23 Jahren den Meisterbrief.

1987

Das „Wunderbrot von Kevelaer" – Papst Johannes Paul II.

Zum Besuch von Papst Johannes Paul II. pilgern 70.000 Gläubige ins Hülsparkstadion. Paul Vloet schreibt sich mit dem Brot „Malsovit" in die Stadtgeschichte ein – ein Brot, das beim Abnehmen helfen soll. Café Vloet wird regional wie überregional bekannt.

1998

25 Jahre – Ehrenmedaille des Verbandes

Zum 25-jährigen Betriebsjubiläum lädt Paul Vloet über 200 Gäste ein – allen voran seine Belegschaft. Der Verband des Rheinischen Bäckerhandwerks verleiht ihm die Ehrenmedaille. Auf der Bühne dankt er seiner Frau Christa: „Wir haben zusammengehalten in guten und in schlechten Tagen. Die schlechten Tage haben wir abgeschafft. Es gibt nur noch gute!"

2004

Goldenes Ehrenzeichen & Marketingpreis

Paul Vloet erhält das Goldene Ehrenzeichen der Handwerkskammer Düsseldorf. Mehr als 15 Jahre war er in der Gesellenprüfungskommission, fast 20 Jahre im Vorstand der Bäckerinnung – zuletzt als Obermeister und Ehrenobermeister. Dazu kommt der Marketingpreis der Stadt Kevelaer.

2005

Generationswechsel – Georg & Manuela Vloet übernehmen

Paul Vloet übergibt Bäckerei und Café an seinen Sohn Georg. Schwiegertochter Manuela, Einzelhandelskauffrau und verantwortlich für die EDV, ist ebenfalls aktiv im Betrieb. Enkelsohn Manuel hat die Bäckerlaufbahn eingeschlagen – die dritte Generation ist bereit.

2007

Auszeichnung zur 5-Sterne-Bäckerei

Nur zwei Jahre nach dem Generationswechsel: Café Vloet wird vom Backgewerbe-Institut zur 5-Sterne-Bäckerei ernannt. Am 17. Oktober 2007 feiert Kevelaer mit. Die Erlöse des Festakts gehen als Spende an ein erkranktes Kind aus der Region.

2010

Manuel Vloet – jüngster Bäckermeister im Kreis Kleve

Nach kaufmännischem Fachabitur und Bäckerlehre legt Manuel 2010 als jüngster Bäcker im Kreis Kleve den Meisterbrief ab. Ein Angebot aus Wisconsin (USA): 18 Monate als Leitungskraft. Nach einem halben Jahr kommt der Anruf aus Deutschland – er wird gebraucht. Manuel kehrt zurück. Seitdem arbeiten er und Georg als starkes Team Hand in Hand.

2017–2019

Parookaville – 40.000 Besucher täglich, Burger-Buns von Hand

Kooperation mit „Herr Lehmann" beim Festival Parookaville. Alle Premium-Burger-Buns werden von Hand hergestellt. 2018 und 2019 backt das Team für DJ Steve Aoki und betreut den VIP Platinum Club. Familienhandwerk auf Festivalebene – und ein voller Erfolg.

2020

Das Corona-Jahr – Neubau und neue Wege

Im Januar blieben Café und Verkaufsraum des Hauptgeschäfts an der Basilikastraße in Kevelaer für rund vier Wochen wegen Umbaus geschlossen. Das Ergebnis der Innenrenovierung in unserer Pilgerstadt ist bemerkenswert, die Resonanz der Kunden entsprechend positiv – genau wie wir selbst sind sie beeindruckt. Jeder konnte in unserem Familienbetrieb vorab seine Ideen zur Neugestaltung einbringen. Wir schufen gemeinsam eine zeitlose Variante, angelehnt an das klassische Handwerk und seine Basiskomponenten Holz, Stein und Stahl – hell, praktisch und ungewöhnlich. Unsere Backwaren sollen im Fokus stehen, und ein offener Blick vom Verkaufsraum durch die Tür in die Backstube symbolisiert Transparenz.

Im Café gibt es kleine Sitzgruppen mit massiven Holztischen und gemütlichen Sesseln. Auch das Obergeschoss ist unglaublich gemütlich geworden und einen Besuch wert: Die auffallende Beton-Spachteltechnik im Treppenaufgang und an den Säulen und die ungewöhnliche Uhrenvielfalt geben ihm seinen ganz eigenen Stil. Auch am Mediensystem wurde nicht gespart – das große Kino-Informationserlebnis vor der Tür und der glasklare Klang im Café runden den Aufenthalt ab. Von Zeit zu Zeit sollen hier neue Akzente gesetzt werden. Bewusst wurde nicht alles fertiggestellt, denn ein „Wohnzimmer“ entwickelt sich immer weiter.

Manuel Vloet möchte sich künftig mehr auf den Verkauf und die Abläufe konzentrieren, sein Vater sorgt für die gleichbleibend hohe Qualität in der Backstube. Das bedeutet Zukunftsperspektive für das gesamte Café-Vloet-Team.

Durch Corona musste auch das frisch renovierte Café schließen. Doch Vorfreude lässt hoffen, und die Zeit wurde sinnvoll genutzt: Zuerst erhielten alle Filialen EC-Kartenzahlung, damit jeder hygienisch, sicher und kontaktlos bezahlen kann – besonders unsere holländischen Kunden freuten sich. Kurz danach kam die Café-Vloet-Kundenkarte zur Welt, die zunächst an erste treue Kunden verschenkt wurde. Alle Kassensysteme wurden mit modernen Scannern ausgestattet: Mit dem Barcode der Karte lassen sich Treuepunkte sammeln und Guthaben aufladen, um kontaktlos zu bezahlen. Das spart Zeit, bietet Sicherheit, schont das Portemonnaie und ist besonders hygienisch. Nach dem Personalisieren der Karte können alle Daten von zu Hause online abgefragt werden.

2021

Reiner kommt – Manuel erweckt seinen eigenen Sauerteig zum Leben

„Ich möchte die Zeit der Backwaren zurückdrehen, denn ich beschäftige mich schon seit Jahren mit dem Thema Ernährung. Mein Ziel ist es, „lupenreine“ Backwaren für interessierte und bewusste Kunden anzubieten, um jede unnötige Art von Zusätzen im Brot auszulöschen und fast vergessenen Genuss und Qualität wiederzubeleben. Gerade auch, weil es heutzutage viele Menschen gibt, die damit gesundheitliche Probleme haben.

Voraussetzung ist es dabei, in der Herstellung penibel zu sein, wieder bei Schritt eins anzufangen und dem Brot die Zeit zu geben, die es verdient. Alles wird leider immer schnelllebiger, die Qualität leidet und es wird „Künstliches“ zugesetzt, um fehlendes Know-how und die beschleunigte Zeit auszugleichen.“

Mehr dazu: Back to the Roots

2023

Ende der Zusammenarbeit mit Parookaville

2023 endet die Kooperation: Wir Handwerker können dem Preisdruck der Großen bei Weitem nicht standhalten – und das wollen wir auch nicht. Wir legen Wert auf gewohnte Qualität und weichen von unserem Erfolgsrezept nicht ab: hochwertige Zutaten, bei der Herstellungszeit wird nicht gegeizt, und gerade beim fleißigen Personal darf es keine Abstriche geben. Wir danken für diese Erfahrung und beliefern „Herr Lehmann“ weiterhin mit Spitzenqualität im Regelgeschäft.

2026

Neuer Webauftritt

Café Vloet startet mit einem komplett neuen Webauftritt: mehr Informationen, modernes Design, mehr Transparenz. Drei Standorte, ein Team, eine Familie.

Zeitdokument · 1999

Im Gespräch mit Paul Vloet

Interview von Delia Evers, 1999. Quelle: Kevelaerer Heimatzeitung / blattus.de

Seit dem 1. Juli 1973 arbeiten Sie hier an der Basilikastraße. Geht Ihre Liebe zur Backkunst noch weiter zurück?

Bis in meine Kindheit! Meine Mutter backte fast alles selbst, nur die großen Brote nicht; dafür knetete sie den Teig, und ich brachte ihn zum Ausbacken in eine Bäckerei. Und ich blieb dort – oft stundenlang. Ich konnte mich von dem Duft und den Backwaren nicht trennen. Ich habe mich über jedes schöne Brot gefreut; das tue ich bis heute.

Sind die Erfahrungen aus Ihrer Anfangszeit noch heute wichtig?

Meine Frau Christa und ich arbeiten bis heute dafür, dass unsere Mitarbeiter sich bei uns wohl fühlen. Die Fluktuation ist sehr gering, obwohl wir unseren Stamm von zunächst sieben auf 30 Angestellte ausgebaut haben – einige sind von Anfang an dabei. Niemand, der bei uns vernünftig gearbeitet hat, ist jemals brotlos geworden.

Trifft das auch auf Auszubildende zu?

Im Laufe der Jahre waren bei uns über 50 Jugendliche in der Lehre. Wir haben uns viel Mühe mit den jungen Leuten gemacht, besonders mit denen, die nicht die besten Voraussetzungen mitbrachten. Jeder, der wollte, hat später in seinem Beruf einen Arbeitsplatz gefunden.

Warum engagieren Sie sich so stark in der Bäckerinnung?

Das hat mit der Liebe zu meinem Beruf zu tun. Davon möchte ich möglichst viel an andere weitergeben. Das fängt mit dem Gefühl für ein schönes, makelloses Brot an und hört bei dem wunderbaren Duft in einer Bäckerei lange nicht auf. Darum gehört für mich die Produktion unbedingt hinter den Verkaufsbetrieb.

„Ich freue mich sehr, dass mein Sohn Georg ebenfalls die Liebe zur Backstube entdeckt hat, wie längst auch unser kleiner Enkelsohn Manuel."

Paul Vloet · 1999
Anerkennungen

Auszeichnungen

1998

Ehrenmedaille des Verbandes des Rheinischen Bäckerhandwerks

2004

Goldenes Ehrenzeichen der Handwerkskammer Düsseldorf

2004

Marketingpreis der Stadt Kevelaer

2007

5-Sterne-Bäckerei – Backgewerbe-Institut

Ehrenamt

Ehrenobermeister der Bäckerinnung · Mitglied der Gesellenprüfungskommission (15+ Jahre)

Jährlich

Bestnoten bei Testeinkäufen für Backwaren-Qualität